Es ist Vormittag. Ich habe heute frei. Die Sonne scheint. Und ich habe Hunger. Hunger auf ein kleines Abenteuer, auf einen Streifzug ganz allein für mich und vor allem großen Hunger auf ein tolles Mittagessen unter freiem Himmel mit Bergblick.

Von Freunden habe ich gehört, dass die Klammhütte, ein Café-Restaurant unterhalb der Nockspitzbahn, einen Besuch lohnt. Die liegt praktischerweise auch noch auf halber Strecke der Rundwanderung von Natters über Götzens und zurück. Ich habe also einen Plan! Ich steige in Innsbruck Hauptbahnhof in den Bus 4142 ein und schon nach einer knappen Viertelstunde in Natters Ort wieder aus. Kurze Orientierung, den Rucksack schultern, die Schuhe schnüren, die Sonnenbrille geraderücken, einmal tief durchatmen und schon wandere ich ganz alleine für mich meinem Ziel voller Vorfreude entgegen.

Mein erstes Highlight unterwegs ist der Natterersee. Ich lasse den Sprung ins kühle Nass heute allerdings sausen und nehme stattdessen den Waldsteig in Richtung Geroldsmühle. Ich überquere den Geroldsbach und passiere den Brecherhof mit Kapelle, bis ich in Götzens ankomme. Mein Magen macht sich schon lautstark bemerkbar, doch bevor der versorgt wird, möchte ich mich noch im Zentrum des kleinen Ortes ein wenig umsehen. Die bunten Blumen vor den alten Bauernhäusern und die Dorfkirche im Rokokostil finde ich besonders schön. Beim Brunnen entdecke ich schließlich das Schild „Klammhütte – Panoramaweg Mutters“ – da bin ich richtig! Und schon nach wenigen Minuten an der einladenden Klammhütte angekommen. Ich suche mir also ein nettes Sonnenplatzerl auf der Terrasse und genieße erst einmal den herrlichen Ausblick auf den Götzner Berg, das Inntal mit Nordkette und den Patscherkofel. Man muss sich seinen Hausberg schließlich auch mal aus der Ferne ansehen, um ihn in seiner ganzen Pracht zu erfassen!

Jetzt freue ich mich aber schon auf mein Mittagessen. Montag bis Freitag gibt es immer ein 2-gängiges Menü mit hausgemachten Salaten – habe ich vorab schon auf der Facebookseite gesehen. Mich schaut heute das Dorschfilet an. Vorneweg gibt es eine Suppe und die Beilagen kann man frei wählen – das finde ich besonders schön. Man schmeckt, dass hier mit Liebe und Handwerk gekocht wird und ich lehne mich satt und zufrieden noch einmal genüsslich zurück, um alle Viere von mir zu strecken, bevor es schließlich zurück nach Natters geht.

Der Rückweg ist etwas anspruchsvoller, aber jetzt bin ich ja gut gestärkt und voller Tatendrang. Auf dem Panoramaweg Nr. 15 geht es also am Waldrand entlang und oberhalb von Neu Götzens in den Wald hinein. Die Stille und die kühle, erdige Luft tun gut nach dem steilen Stück vorher. Weiter geht es nach Mutters zum Waldfriedhof mit Kapelle, durch die Siedlung „Birchfeld“ ins Blumendorf Mutters und schließlich zurück nach Natters.

Ohne Pause braucht man für diese Runde von 5.4 km ungefähr 3 Stunden – eine perfekte Spazier-Wander-Länge mit toller Einkehrmöglichkeit und herrlichem Blick auf den Patscherkofel also! Oh, da kommt aber schon mein Bus zurück nach Innsbruck – vielleicht treffen wir uns ja demnächst einmal zu einem Ratscher in der Mittagssonne auf der Klammhütte – ich kann diese kleine Alltagsflucht jedenfalls nur empfehlen!

Robert liebt das Wort und die Natur. Ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter – gerne begibt er sich gemeinsam mit Freunden in die Berge Tirols und genießt dabei die Freiheit und Unabhängigkeit. Der Patscherkofel ist sein Hausberg den er immer wieder gerne besucht.