Frühling? Wo? Auch wenn es die Temperaturen noch nicht ganz vermuten lassen, am Patscherkofel zeigen sich schon die ersten Frühlingsboten.

So ganz mag der Frühling ja noch nicht Einkehr halten. Seit vielen Wochen hält sich erbarmungsloser Frost und der Winter feiert sein x-tes Comeback. Blühende Blumen, die wohlig warme Frühlingssonne oder den betörenden Duft der neuen Jahreszeit vermisst man in diesen Tagen schmerzlich. Und dennoch, sieht man genau hin, dann kann man im Zuge eines ausgedehnten Spazierganges rund um den Innsbrucker Hausberg die ersten Wärme-Boten entdecken. Besser könnte das Wetter an diesem Sonntag ohnehin nicht sein. Die Frühlingssonne unternimmt eine Woche vor dem Osterwochenende ihren ersten zarten Anlauf und zaubert vielen Naturliebhabern ein Lächeln ins Gesicht. Knapp 15 Grad, Vogelgezwitscher und strahlend blauer Himmel – so muss Frühling sein. Mein Spaziergang nimmt seinen Beginn an der neuen Talstation der neuen Patscherkofelbahn. Während neben mir die Skifans den Firnschnee genießen und die letzten Schwünge in diesem Jahr ins Tal zaubern, bahne ich mir den Weg über den Waldweg nach oben. Der Boden ist weich und feucht und die ersten Schneefelder lassen hier nicht lange auf sich warten. Als geübter Wanderer bin ich aber natürlich gut ausgerüstet und erfreue mich an meinem festen und passenden Schuhwerk. So führen mich meine Schritte über Stock und Stein, über Wurzeln und kleine Felsvorsprünge. Mein Blick ist dabei gebannt und erfreut sich am Antlitz der Tiroler Natur.

Gerade zur Osterzeit versprüht der Hausberg seinen ganz eigenen, beinahe romantischen Charme. Die frische, klare Luft und das emsige Treiben der tierischen Bergbewohner geben das Gefühl eines Neuanfanges. Der Patscherkofel ist nach dem strengen Winterschlaf endlich wieder zum Leben erweckt. Und mit ihm viele seiner treuen Freunde. So sehe ich in nicht allzu weiter Ferne ein Eichkätzchen den schneebedeckten Weg kreuzen, um sogleich im Schutze einer Baumkrone wieder zu verschwinden. Es ist Zeit zum Genießen.

Nach kurzem Aufstieg erreiche ich den Alpengasthof Heiligwasser. Noch ist die legendäre Sonnenterasse leer, der Ausblick ist aber wie gewohnt atemberaubend. Mein Blick erfreut sich an der gegenüberliegenden Nordkette, schweift über die Berggipfel und hält inne. Am 29. März, knapp vor dem Osterwochenende öffnet auch das Gasthaus Heiligwasser seine Türen. Zeit wird’s denk ich mir. Nachdem ich mich kurz gestärkt habe, neigt sich mein Spaziergang auch schon wieder dem Ende zu. Der Schnee macht einen weiteren Aufstieg schwer, somit begebe ich mich wieder auf den Rückweg zur Talstation. Mit der neuen Bahn ist die Auffahrt ein leichtes, ich will eben noch einmal hoch hinaus. Dem Frühling auf der Spur, dem Winter hinterher, mein Hausberg bietet in diesen Tagen das volle Programm.

Robert liebt das Wort und die Natur. Ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter – gerne begibt er sich gemeinsam mit Freunden in die Berge Tirols und genießt dabei die Freiheit und Unabhängigkeit. Der Patscherkofel ist sein Hausberg den er immer wieder gerne besucht.