Sommer, Sonne, Sonnenschein. Was gibt es schöneres als ein eiskalter Bergsee.

Über den Patscherkofel zu den blauen Seen

Rucksack, Wanderschuhe, Sonnenbrille und los geht’s. Ich nutze die kühlen Morgenstunden um die ersten Höhenmeter hinter mir zu lassen. Starten werde ich heute in Igls, da brauch ich nämlich kein Auto. Ich schnappe mir mein Fahrrad und radle los. Von meiner Wohnung sind es nur wenige Minuten zur Talstation der Patscherkofelbahn. Die erste Bahn geht um 08.30 Uhr, perfektes timing. Einsteigen und Abfahrt. Bei diesem Anblick geht mir immer das Herz auf. Die Morgenstimmung ist der Wahnsinn, leichter Tau auf den Bäumen und Wiesen und das warmen Sonnenlicht auf den Dächern der Stadt.

Sagen und Mythen

Oben angekommen gehe ich weiter auf die Spitze des Kofels. Die gemütliche Gipfelstube werde ich mir für später aufheben. Wie ich so oben stehe erinnere ich mich wieder an die Erzählungen des Mannes im Meissner Haus. Er meinte die blauen Seen sind die Tränen des Patscherkofels. So eine Geschichte muss ich mir immer bildlich vorstellen. Dieser imposante Berg und die vielen Seen die unten entstanden sind, lassen meine Gedanken schweifen. Sagen und Mythen kreisen um unseren Hausberg und diese finde ich besonders schön. Von hier aus geht es auf dem Zirbenweg weiter bis zur Boscheben-Hütte. Dort angekommen folgt der Abstieg ins Viggartal zum Meissner Haus. Die Länge der Tour sollte man nicht unterschätzen. Bis zu den blauen Seen rechnet man gute 3 Stunden, dann wieder zurück zur Patscherkofelbahn komme ich bestimmt auf 7 Stunden.

B’schriebener Stoa

Vom Meissner Haus weiter, sehe ich schon einen 10 Meter hohen Stein, der steil aus der Erde ragt. Wie kommt der denn hier her? Es ist der sagenumwobene B’schriebene Stoa (Geschriebener Stein). Der Steinkoloss wirkt so mächtig, dass die Kühe daneben winzig aussehen. Einmal rund um den Stein, erkennt man ganz leicht noch Steinritzungen. Bauern, Hirten und Reisende sollen hier früher ihre Initialen eingekerbt haben. Von hier aus hat man den perfekten Blick auf die Viggarspitze. Linker Hand vorbei geht es etwas steil bergauf weiter Richtung Ziel.

Blau, blau, blau

Anders sind diese Seen nicht zu beschreiben. Ich stehe genau am Becken der Seengrube. Viele kleine Seen liegen vor mir. Das Panorama spiegelt sich eins zu eins im kühlen Nass wieder. Dieser Ort strahlt richtig Freude aus. Was ich jetzt tue steht fest. Raus aus den Wanderschuhen und ab mit meinen Füßen ins Wasser. Eiskalt, Gänsehaut pur. Ich lege mich nach hinten, genieße die Abkühlung und schau in den Himmel. Es ist so ruhig hier man hört nur die Glocke eines Kalbes in der Ferne. Fern ab von der Hitze im Tal, weht hier eine leichte Priese. Am liebsten würde ich gleich hier bleiben. Meine Belohnung liegt noch im Rucksack. Jetzt aber schnell, blopp, aah …. Die einzigen Tränen die ich hier wahrnehme sind Freudentränen, was für ein schönes Fleckchen Erde.

Bildnachweis © TVB Innsbruck / Rosie Schwarz

#MeinPatscherkofel