Bei den sommerlichen Temperaturen erstrahlt der Patscherkofel in seinem vollen Glanz und lädt zum Träumen ein. Doch was liegt eigentlich hinter Innsbrucks Hausberg? Wir habe einen Blick auf die andere Seite gewagt.

Der Patscherkofel begleitet mich schon mein ganzes Leben lang. Sei es beim Schifahren, im Sommer beim Wandern oder einfach nur beim Genießen der wunderschönen Aussicht auf Innsbruck. Die Tage werden wärmer und der Schnee verabschiedet sich schön langsam. Endlich, nach der Arbeit raus in die Natur und noch eine kleine Runde drehen. Abschalten und die letzten Sonnenstrahlen auf meiner Haut genießen. Auch heute ist wieder so ein Tag. Ich setzte mich gemütlich mit meinem Schokoladeneis ans Innufer und blicke verträumt auf den Patscherkofel. Die Aussicht ist mir ja vertraut. Ich stelle mir vor wie ich oben stehe und auf die Stadt hinabschaue. Doch was ist eigentlich dahinter?

Wiedermal ist es ein herrlicher Frühlingsmorgen mitten im April. Der Frühling meint es dieses Jahr gut mit uns und das Schöne an diesem Tag, ich habe frei. Leicht rümpfe ich die Nase, da war doch was. Motiviert wie Kolumbus und keine Termine. Ich könnte ja mal einfach drauf losfahren und schauen was dort drüben wirklich liegt. Mein Wanderrucksack liegt traurig und etwas verstaubt im Schrank. Endlich darf er nach der Winterpause wieder raus. Die Wanderschuhe stehen parat und eine kleine Jause ist gepackt. Regenjacke und Sonnencreme, bei dem Wetter weiß man ja nie, und los geht’s.

Mit dem Auto fahre ich über Ellbögen, bis zum Ortsteil Mühltal. Dort biege ich links ab Richtung Viggartal. Parkmöglichkeiten gibt es am Anfang des Viggartales. Einige Wanderer bereiten sich auf den Abmarsch vor und packen die letzten Sachen in den Rucksack. Ich steige aus dem Auto und der Duft von Sonnencreme kommt mir entgegen. Der Herrr neben mir bekommt an diesem Tag bestimmt keinen Sonnenbrand, das steht fest. Das gelbe Wanderschild zeigt „Rundwanderweg Meißnerhaus“ 1 ½ bis 2 Stunden. Der Wetterbericht zeigt den ganzen Tag Sonne und der Handy-Akku ist voll. Schnell frage ich noch den deutschen Urlauber neben mir wie der Weg so ist. Er meint eine tolle Wanderung und am Ende gibt es eine Hütte mit den besten Kaspressknödeln weit und breit. Na wenn das nicht mal ein Versprechen ist.

Rucksack raus, Schuhe festgezogen und los geht’s. Nach ein paar Minuten habe ich den netten Wanderer vor mir überholt. Entlang des malerischen Mühltaler Baches geht der relativ steile Weg vorbei an der Lourdeskapelle. Ich liebe wandern und die Gegend ist wunderschön. Von überall hört man den tobenden Bach rauschen. Meine Wanderschuhe drücken sich in den weichen Boden und das Wasser drängt sich zur Seite – zum Glück sind sie wasserdicht. Ein junger Mountainbiker kommt mir entgegen, schnell hüpfe ich auf die Seite damit er problemlos an mir vorbeikommt. Als Dank ein nettes Lächeln. Und weiter geht’s auf meiner Entdeckungstour. Immer wieder blicke ich auf meinen Hausberg. Auf dieser Seite wirkt er mir fast fremd. Ganz anders hat man seinen täglichen Begleiter im Kopf. Am Weg liegt ein liebevoll errichtetes Wasserrad. Weiter geht’s und der Weg wird etwas flacher. Zum Glück, so trainiert bin ich doch noch nicht. Der Rundweg ist zum Glück sehr gut beschildert.

Von der Weite sehe ich schon das Meißnerhaus. Die roten Balken leuchten mir entgegen. Es ist kurz vor Mittag und ich freue mich schon irrsinnig auf die versprochenen Knödel. Die Alpenvereinshütte befindet sich auf 1.707m und hat das ganze Jahr geöffnet. Überglücklich setze ich mich auf die Terrasse und bestelle mir einen frischen Holundersaft sowie die sensationellen Kaspressknödel mit Kraut. Nach so einer Wanderung das Beste. Eiskalt und erfrischend – Herz was willst du mehr. Ich genieße das Panorama, die Ruhe und die duftenden, warmen Kaspressknödel. Ein Traum - der Herr hatte Recht, sie sind einsame Spitze. Der Ausblick ist atemberaubend schön. Schade dass ich hier zuvor noch nicht war. Ein kleines Prospekt verrät mir die Geschichte und Ausflugsziele des Viggartales. Es gehört zu den Tuxer Alpen und befindet sich im Landschafts-Schutzgebiet Patscherkofel-Zirmberg. Im Sommer ist es mit den blumenreichen Almwiesen bestimmt noch schöner. Im hinteren Tal befinden sich glitzernden Bergseen. Ein perfektes Bergerlebnis für die ganze Familie.

Endlich ist auch der nette Herr von vorhin angekommen - schweißgebadet. Er ist ja für seine guten Tipps bekannt. Er meint von der Patscherkofel-Bergstation sind es etwa 1 ½ - 2 Stunden zu dieser Hütte. Man kann über den Gipfel, den Zirbenweg oder auch über den Jochleitensteig hierher gelangen. Super Idee, die nächste Wanderroute steht fest!

Aufgewachsen in Bayern, nicht unweit der Berge, hat es Linda schon immer in die Berge gezogen. Nicht verwunderlich also, dass es sie nach Innsbruck verschlagen hat. Für eine Marketing-Agentur schreibt Linda Texte, die den Leser mit ihrer Berg-Begeisterung anstecken sollen. Ihre Freizeit verbringt sie umtriebig Winters wie Sommers in den Bergen.