Wir sehen ihn jeden Tag. Ob Tag oder Nacht. Majestätisch thront er auf dem kahlen Haupt im Süden von Innsbruck. Der Sendemasten am Patscherkofel trägt eine lange Geschichte mit sich!

Was muss die Orientierung in und um Innsbruck noch vor knapp 60 Jahren mühsam gewesen sein! Nahezu unmöglich, möchte man sagen. Oder eben nur ganz rudimentär. Da, wo die Nordkette ist, da muss eben Norden sein. Das war’s dann aber vermutlich auch schon.

Bis zu eben jenem denkwürdigen 15. September im Jahre 1958, als (endlich, endlich!) der erste Sender auf dem Patscherkofel in Betrieb genommen wurde. Danke, Österreichischer Rundfunk! So gibt es wenigstens einen Berg in der näheren Umgebung, den ich stets sicheren Blickes Besuchern und Gästen mit Namen nennen kann.

Aber dieser Sender bedeutet noch viel mehr. Kaum ist die Bergkuppe mit dem markanten „Hut“ zu sehen, so weiß ich: Es ist nicht mehr weit nach Hause! Ein Gefühl des Ankommens also. Dabei müsste „der“ Sender Patscherkofel eigentlich korrekterweise „die“ Sender Patscherkofel heißen. Schließlich handelt es sich um eine Gruppe von Sendeanlagen, die auf dem 67 Meter hohen, freistehenden Senderturm angebracht sind. Neben dem ORF nutzen die Telekom Austria, Feratel, TETRA Funkdienste, Flugfunkkanäle und andere analoge BOS-Funkdienste die günstige Lage auf dem Patscherkofel.

Von knapp 2.300 Metern Höhe gesendet, reicht der Empfang sogar bis Bayern und Italien. Das bedeutet außerdem: Ohne Patscherkofel kein Radio- oder Fernsehempfang! Unter dem Namen INNSBRUCK1 sendet die ORS GmbH, eine Tochterfirma des ORF, unter anderem die Frequenzen von Ö1, Radio Tirol, Hitradio Ö3 und FM4 sowie allen wichtigen Fernsehsendern von ORF1 und ORF2 über Das Erste und ZDF bis hin zu ProSieben u.v.m.

So blicke ich heute stets mit liebevollem Blick auf diesen beeindruckenden, freistehenden Stahlfachwerkturm, wissend, dass dieser den Lufthaken meiner orientierungslosen und mediensüchtigen Persönlichkeit bedeutet.

Robert liebt das Wort und die Natur. Ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter – gerne begibt er sich gemeinsam mit Freunden in die Berge Tirols und genießt dabei die Freiheit und Unabhängigkeit. Der Patscherkofel ist sein Hausberg den er immer wieder gerne besucht.