Ein rauschender Brunnen, eine schön renovierte Kapelle und ein atemberaubendes Panorama auf leuchtende Berge. Dieser Ort ist etwas Besonderes! Gewisse Plätze und Denkmäler wirken magisch auf uns und sind unverkennbar zu anderen. So ist es auch mit Heiligwasser, am nördlichen Hang des Patscherkofels.

Heiligwasser – die Sage

Die Kapelle mit Gasthof ist ein beliebtes familienfreundliches Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer. Bekannt ist dieser Ort nicht nur durch seine kulinarischen Höhepunkte, sondern auch durch eine Sage. Mythen und Sagen beleben die Kultur. Sie sind eine volkstümliche, mündliche Überlieferung einer fantastischen Begebenheit. Auch Heiligwasser basiert auf solch einem Geschehnis aus dem Jahr 1606. Zwei Hirtenknaben aus Igls ließen wie jedes Jahr ihr Vieh auf den Wiesen des Patscherkofels weiden. Die Tage vergingen und die Kühe genossen das saftige Futter des Igler Waldes. Als die Buben wie an jedem Morgen nach dem Bestand sahen, fehlten plötzlich sechs Stück. Der Abend rückte näher, doch keine Spur. Hilflos und verzweifelt beteten die Hirten zur Himmelskönigin Maria. Die Wolken traten zur Seite, es wurde hell und Maria erschien. Sie deutete auf einen Punkt weit oben am Patscherkofel. Wie aus dem nichts sah man plötzlich die Kühe in der Abenddämmerung friedlich weiden. Als Dank und Zeichen der Ehre sollen die Hirten eine Kapelle genau an diesem Platz errichten. Die Erscheinung war verschwunden. Zurück blieb eine nicht dagewesene sprudelnde Quelle. Bestes Quellwasser mit wie sich später herausstellt, heilenden Kräften. Die Hirten eilten los und holten die Kühe zurück an ihren Platz. Einer der Hirten konnte die Begebenheit nicht vergessen und ging noch etliche Male zurück an den Ort. Eines Tages begleitete ihn das fünfjährige Nachbarskind, welches von Geburt an stumm war. Als das Kind dem heiligen Platz näher kam, begann es zu sprechen. Der Hirte brach sein Schweigen und erzählte von den Wundern des Platzes. Fromme Bürger allerorts versammelten sich und brauten 1961 bei dem heiligen Wasser eine Kapelle mit Wallfahrtskirche. Geweiht wurde sie unter dem Namen „in honorem Sanctissimae Virginis ad nives“ übersetzt Maria Schnee. Bis heute noch erinnert es an die mysteriösen Geschehnisse.

Ein magischer Platz

Persönlichkeiten und Menschen aus der ganzen Welt lieben die Geschichte und den mysteriösen Ort. Unter ihnen waren auch schon die Erzherzöge Kaiser Franz Josef I und Kaiser Maximilian von Mexiko. Im Zuge einer Patscherkofelbesteigung suchten sie die magische Quelle auf. Die Wallfahrtskirche Heiligwasser bietet seit je her einen wunderschönen und ehrwürdigen Rahmen um Taufen und Trauungen zu feiern. Somit kann auch jeder von uns, an diesem Ort, ein Stück Geschichte schreiben.

Bildnachweis: © TVB Innsbruck Helga Andreatta

#MeinPatscherkofel